Sie kommt. Einfach so. Manchmal braut sie sich langsam wie ein Sturm zusammen. Erst kommen einzelne Wolken, die immer dichter und grauer werden, bevor das Unwetter beginnt. Manchmal überrollt sie einen wie eine Welle und manchmal, da ist sie einfach da. Von jetzt auf gleich. In weniger als einer Sekunde. Und dann bricht sie aus. Selten nach innen, aber meistens nach außen. Wir kennen sie alle. Diese Wut. Und jeder erlebt sie anders. Ich erlebe sie aktuell viel bei mir, aber auch viel bei meinen Kindern. Und heute schreibe ich darüber, wie wir hier bei uns mit Wut umgehen (sollten…).

Hulk lernte durch Meditation seine Wut zu kontrollieren. Jeder findet seinen eigenen Weg, der ihm Hilft mit seiner Wut umzugehen.

Brian ist oft wütend. Immer dann, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt, nicht das bekommt, was er in diesem Moment will (vor allem in Bezug auf Medienkonsum) oder wenn er sich nicht konzentrieren kann. Bei seinen Wutausbrüchen weint er meistens. Sein Kopf wird rot, seine Muskeln am ganzen Körper spannen sich an, er sagt Dinge, die ihm meistens später leid tun, verletzt seine Mitmenschen (meist nur verbal) oder macht Dinge kaputt. Das alles ist unschön, zeigt aber, wieviel Energie hinter seinem Gefühl steckt. Wie ich mit solchen Situationen umgehe, hängt ganz von meinem eigenen Stress- und Emotionslevel in dem Moment ab. Wenn ich okay bin und die Situation erfasst habe (manchmal weiß ich erstmal gar nicht, was ihn gerade so wütend macht, weil es einfach zu schnell ging), sage ich meistens: “Ich verstehe, dass Du wütend bist. Trotzdem….” …musst Du dich an die gleichen Regeln halten, wie deine Geschwister auch oder … ist die abgemachte Tablet-Zeit jetzt vorbei und du musst das Gerät ausschalten. Also im ersten Schritt zeige ich Verständnis. Denn meistens verstehe ich ja, warum er wütend ist. Klar, ist das ätzend, wenn man das Tablet ausmachen muss, obwohl man gerade so ein spannendes Minecraft-Video guckt. Und dann bin ich auch mal die “Scheiß-Mama” (so wie heute).

Im zweiten Schritt versuche ich ihn zu fragen, was er braucht. “Brauchst Du eine Umarmung?” oder “Soll ich dich in Ruhe lassen?” Aber das klappt nur selten. Denn meistens ist er so in seine Emotion gefangen und so in Rage, dass er selbst gar nicht weiß, was er möchte und braucht. Dann kommen wir direkt zu Schritt drei: Handeln. Handeln im Sinne von, ausprobieren, was er gerade braucht oder das Umsetzen, was er in Schritt zwei kommuniziert hat. Bei Brian hilft meistens eins der beiden Sachen. Entweder ganz in Ruhe lassen. Meistens schicke ich ihn zum “austoben” in ein anderes Zimmer, sodass er alleine ist. Oder ich nehme ihn in den Arm. Ganz fest. So wie, wenn man Babys eng einwickelt. Brian hat das schon als Baby zur Beruhigung gebraucht. Es hilft ihm runterzufahren. Begrenzung und Geborgenheit von außen geben ihm Sicherheit. Deshalb schläft er auch mit einer Gewichtsdecke (vielleicht mache ich da auch mal einen Post zu).

Nach spätestens dreißig Minuten hat er sich beruhigt und ist wieder fröhlich, wie die meiste Zeit. Bei Brian bedarf es viel Fingerspitzengefühl, das ich nicht immer aufbringen kann. Das tut mir Leid, aber aktuell bin ich durch Homeschooling, eigener Erkrankung und der ganzen Corona-Stimmung sowieso sehr gereizt. Aber auch die Wutausbrüche häufen sich. Denn auch mein kleiner Hulk ist momentan ziemlich wütend auf diese Welt. Verständlich. Ich versuche ihn zu erden, wo es geht.

Wie geht ihr zuhause mit Wut um?

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