Wer wir sind

Ich bin Christina, 26 Jahre alt und dreifachmama. Mein Mann Jean und ich haben etwas ungeplant unser erstes großes Glück, unsere gemeinsame Tochter Leonie im Jahr 2007 bekommen, da war ich erst 13 und Jean 15. Etwas ungewöhnlich und auch ein interessantes Thema, aber darum soll es hier nicht gehen. Leonie wird im Juni 13 und besucht die siebte Klasse eines Gymnasiums. Wie sie sich dort mit ihrer AD(H)S-Diagnose schlägt, wird sicher an anderer Stelle nochmal erwähnt. Dann haben wir noch unseren Flummi Brian. Er ist sieben und geht seit Sommer in die erste Klasse. Auch er hat seit einem Jahr diagnostiziertes ADHS (an der Stelle definitiv MIT H). Dann haben wir noch unsere Jüngste. Fiona ist fast drei Jahre alt und entwickelt sich bisher ohne Auffälligkeiten. Sie tanz gerne, spielt gerne Prinzessin und liebt alles was rosa, lila oder mit Glitzer ist. Früher hätte man gesagt „ein richtiges Mädchen“. Von Leonie kenne ich diese Interessen nicht. Sie war schon als Kleinkind eher die Räubertochter, die sich schmutzig macht und später dann mit den Nachbarsjungs Lager gebaut hat.  Den paar Puppen, die sie hatte, hat sie die Haare abgeschnitten. War hal tnicht so ihrs. Macht aber nichts. Ich war als Kind genauso.

Jean und ich gehen normalerweise arbeiten. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise macht mein Mann den ganzen Tag Homeoffice, was für die Kinder nur schwer zu verstehen ist. Papa ist im Haus, hat aber keine Zeit für sie. Das macht traurig und wütend. Ich arbeite momentan nicht. Nachdem ich im Oktober 2019 einen Burn-Out hatte, bin ich krankgeschrieben. Psychisch bin ich also auch angeschlagen, habe eine Borderline-Diagnose, wobei ich denke, dass die Persönlichkeitsstörung auf einem in meiner Kindheit unbehandelten ADHS beruht. Damals war die Forschung einfach noch nicht soweit. Jetzt kämpfe ich jeden Tag mit den Folgen meiner Erkrankungen und versuche meinen Kindern aber alles zu geben was geht, um sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen zu signalisieren, dass ich (und ihr Papa natürlich auch) da bin und ihnen den Rücken stärke. Kein Problem ist so groß, dass man es nicht lösen könnte. Das haben mein Mann und ich in den letzten Jahren oft genug gezeigt bekommen. Und, was wir ihnen vermitteln ist, dass sie trotz oder gerade wegen ihres AD(H)S ganz besondere Kinder mit vielen Stärken sind, die andere Kids nicht haben. Ihnen fallen Dinge auf, die sonst niemand wahrnimmt, sie sind so krativ und haben so viele tolle Ideen.

WICHTIG: Als Hintergrund für diesen Blog sollte man wissen, dass jedes Kind mit dieser Diagnose eine andere Ausprägung der Symptome hat und die Symptome auch sehr vielfältig sein können und unterschiedlich gewichtet. Auf die Symptome meiner Kinder gehe ich noch ein. Außerdem bekommen unsere Kinder eine medikamentöse Therapie (zusätzlich zu anderen Therapien). Ich bitte darum, miich deshalb nicht anzufeinden, auch wenn ihr es anders handhabt oder mich deswegen verurteilt. Es war eine schwere Entscheidung, die wir als Eltern gemeinsam mit den Kindern getroffen haben.