Zwar habe ich durch meine Familie recht viel Hilfe im Alltag, bekomme aber gerade von den Großeltern oft zu hören, wie anstrengend meine Kinder sind. Das weiß ich selbst und dennoch sind sie mein größtes Glück.

Doch in der aktuellen Zeit, komme auch ich öfter an meine Grenzen und bin gereizt, selbst verunsichert von dem, was da draußen geschieht und möchte die Kinder so gut es geht auffangen und ihnen helfen, sich auf die komplett neue Situation einzustellen, trotzdem Rituale beizubehalten oder einzuführen, um ihnen Struktur zu bieten.

Quelle: Pixabay

Nebenbei mache ich den Haushalt, habe zusätzlich zu meinen ADHS-Kids noch ein Kleinkind Zuhause und selbst psychische Schwachstellen.

Heute lag wie ein Schatten über mir. Meine Stimmung war gedrückt, ich war müde und meine Kinder mussten zurückstecken. Das tut mir immer wahnsinnig leid, ist aber wie es ist. Damit mussten meine Kinder schon immer umgehen, sie kennen mich nicht anders. Auch wenn ich den Anspruch habe, die Kinder meine Erkrankungen nicht spüren zu lassen.

Brian merkt das schnell, denn er ist ein ganz sensibler Junge mit ganz feinen Antennen, was die Stimmung und Laune anderer anbelangt. Doch er dreht dann auf. Fordert enorm und ist in seinem Tun und Handeln besonders sprunghaft. Jetzt möchte er Lego bauen und im nächsten Moment etwas malen. Fünf Minuten später möchte er Konsole spielen und wenn die Medienzeit zu Ende ist, will er sofort in den Garten. Parallel zu Leonies Lernplan und der kleinen Fiona ist das nur sehr schwer umzusetzen. Also setze ich Grenzen. Sage ihm klar, dass er sich vor fünf Minuten für Lego entschieden hat und da jetzt gefälligst etwas länger bei bleiben soll. Das macht ihn sauer und Impulskontrolle ist sowieso nicht so sein Ding. Er schreit, wird beleidigend, schlägt um sich und macht im schlimmsten Fall Sachen kaputt.

Heute war also ein schwerer Tag mit dunklen Schatten über mir, mit ein paar plötzlich auftauchenden Gewittern. Doch es klappt doch auch jeden Tag etwas gut und heute war es Mathe mit Leonie. Wir sind beide ruhig geblieben und sie hat die Aufgaben recht schnell verstanden. -> Macht euch die positiven Dinge des Tages am Abend bewusst, auch wenn sie noch so klein sind. Dann schläft man mit einem besseren Gefühl ein.

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One thought on “Der Schatten über mir

  1. Ein großes Problem bei ADHS ist ja die so genannte “Task-Transition” – der Übergang von einem Tun zum nächsten, bis das Gehirn bei einer neuen Tätigkeit den Gang einlegt und man “drin” ist. Vielleicht hilft es, den Kindern das zu erklären, das zu thematisieren- dass ihr Kopf einfach so 5 Minuten faxen macht am Anfang von Lego und dann immer schnell was anderes machen möchte, dass man dem Kopf aber helfen kann, besser rein zu kommen, indem man trotzdem dabei bleibt, auch, wenn es sich nicht sofort mega gut anfühlt. Diese Schwelle ist vllt bei jedem Kind etwas unterschiedlich, für mich selbst sind es 5-10 Minuten, je nach Aufgabe. Wenn es dann wirklich nicht geht, versuche ich etwas anderes. Aber ganz häufig muss ixh nur den “Anschiebe-Widerstand” überwinden. Wenn man das weiß und einkalkuliert, kann man vllt besser damit umgehen. <3

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